Aktueller Schädling |
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An Gebäuden überwinternde Insekten |
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| Insekten können die kalte Jahreszeit
mit verschiedenen Strategien überdauern. Einige Arten überwintern
als Ei, andere im Larvenstadium. So können sie schnell wachsen, wenn
die wärmere Jahreszeit kommt. Wieder andere Arten überwintern
als Puppe oder als Adulte. Die meisten Arten können bei Abkühlung die Bildung von Eiskristallen in ihrer Körperflüssigkeit verhindern. Sie haben zur Gefrierpunktserniedrigung Glycerin und Saccharide als Frostschutzmittel in ihrer Körperflüssigkeit und überleben so tiefe Temperaturen in einer Winterstarre. Je länger der Frost aber anhält, desto mehr Insekten sterben. Deshalb suchen die meisten Arten Verstecke, die möglichst frostfrei bleiben: Im Boden, unter Baumrinden, in Felsspalten und auch in Ritzen an Häusern. Bei einigen Arten kann es grosse Ansammlungen von Tieren geben. Wenn diese Tiere Unterschlupf in Fensterrahmen, Rollladenkästen, dem Dachstock oder anderen Hohlräumen im Haus suchen, kann es vorkommen, dass sie auch in Mengen in Innenräume dringen. All diese Tierarten sind einheimische Insekten, die sich nicht im Haus entwickeln, sondern dort in einer Kältestarre überwintern. Deshalb ist es nicht möglich, ihre Populationsentwicklung zu steuern. Durch eine Bekämpfung mit Insektiziden können Sie nur Tiere töten, die direkt mit dem Insektizid in Kontakt kommen. Hingegen können Sie damit nicht verhindern, dass die Tiere ein Gebäude aufsuchen. Sie können das Gebäude höchstens so abdichten, dass die Insekten nicht ins Innere gelangen. Häufig genügt es aber zur Beruhigung schon zu wissen, um welches Tier es sich handelt, dass es sich im Gebäude nicht vermehren kann und dass es auch keine Schäden macht. Im Folgenden stellen wir Ihnen einige Arten vor, die in diesem oder im letzten Winter störend aufgetreten sind. |
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Graue Feldwanze (Raphigaster nebulosa) |
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![]() Bildlegende: Graue Feldwanze (Raphigaster nebulosa), Foto: UGZ. |
In den letzten Jahren hat die Anzahl Anfragen zu dieser Wanzenart bei der Beratungsstelle Schädlingsbekämpfung der Stadt Zürich stark zugenommen. Offenbar konnte sie sich gut vermehren. Auch aus Deutschland haben wir Meldungen, dass sie vermehrt in Massen in Wohnungen auftritt. Sicher ist der milde Winter schuld, dass sie auch dieses Jahr in vielen Wohnungen auftritt. |
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Halmfliegen (Thaumatomyia notata) |
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![]() Foto: R. Pospischil |
Diese kleinen Fliegen suchen im Herbst Hochhäuser in der Umgebung von Wiesen auf. Sie sammeln sich jeweils in den zwei bis drei obersten Stockwerken. Sie entwickeln sich von Wurzelläusen an Graswurzeln. Es gibt starke Populationsschwankungen: In guten Jahren können sich Millionen dieser kleinen Fliegen einfinden, in anderen Jahren hingegen findet man am selben Gebäude fast keine Fliegen. |
Herbstfliegen (Musca autumnalis) und Wurmfliegen (Pollenia sp.) |
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| Beide Arten entwickeln sich bevorzugt auf landwirtschaftlich genutztem Gebiet. Zum Überwintern suchen sie häufig allein stehende Gebäude auf erhöhtem Gelände auf. Dort verstecken sie sich in Isolationen, Rollladenkästen oder Hohlräumen des Daches. Bei warmem Wetter treten sie immer wieder störend auf. | |
Marienkäfer (Coccinellidae) |
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![]() Larve des Marienkäfers (Foto: C. Dobler Gross) |
Auch verschiedene Arten von Marienkäfern suchen Spalten von Fensterrahmen, Rollladenkästen oder ähnliche Verstecke manchmal in Massen auf. Grundsätzlich sind sie Nützlinge, können aber in Massen lästig werden. Häufig findet man den Siebenpunkt- (Coccinella septempunctata) oder den Zweipunktmarienkäfer (Adalia bipunctata). Seit letztem Jahr breitet sich der Asiatische Marienkäfer (Harmonia axyridis) in der Schweiz aus. Vor allem dieser ist im Ausland für lästige Massenansammlungen bekannt. |
![]() Asiatischer Marienkäfer (Harmonia axyridis), Foto: C. Dobler Gross. |
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Kleinzikaden, z.B. Bergahorn- Winkerzikade (Acericerus heydenii) |
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| Es gibt viele Arten dieser kleinen, sehr weit hüpfenden Insekten. Die Bergahorn-Winkerzikade zum Beispiel taucht im Winter gern an beleuchteten Fenstern auf, wenn Ahorn-Bäume in der Nähe stehen. | |
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Bernstein-Waldschaben (Ectobius vittiventris) |
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![]() Waldschabe (Ectobius vittiventris), Foto: C. Dobler Gross. |
In den letzten Jahren ist die Bernstein-Waldschabe in unseren Gärten sehr häufig geworden. Deshalb findet man immer wieder Tiere in Fenster- und Türritzen. Bei warmem Wetter sind sie aktiv und können ins Hausinnere gelangen. In nicht zu warmen Kellern können sie auch im Innenraum überwintern. Man findet Adulttiere, aber auch Larven verschiedener Grösse. Vor allem Larven können sich in sehr kleinen Spalten verkriechen. |
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Flechtenbär (Eilema sp.) |
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![]() Flechtenbär-Raupe, Foto UGZ. |
Da sich die Raupen des Flechtenbärs von auf den Dächern wachsenden Flechten ernähren, tritt er vor allem in Dachwohnungen auf. Bis im April finden Betroffene an Wänden und Decken 2 -3 cm grosse, büschelig schwarz behaarte Raupen, ab Ende April dann Falter, die tagsüber unbeweglich an den Wänden sitzen. Die Raupen und Falter sind für den Menschen harmlos, aber bei gehäuftem Auftreten lästig. Die Falter sind nachtaktiv und fliegen von selber ins Freie, wenn nachts die Fenster geöffnet bleiben. |
![]() Gelbleib Flechtenbär (Eilema complana), Foto: Entomart, Wikipedia. |
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Mücken |
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| Wenig beliebt sind die Stechmücken (Culex sp. und
Aedes sp.), die sich mitunter in Massen in kühlen Kellern einfinden.
Um den Winter zu überleben, saugen die Weibchen im Herbst gerne nochmals
Blut. Mit den draussen in der Wintersonne tanzenden Mückenschwärmen
haben sie nichts zu tun, bei diesen handelt es sich um Winter- oder Stelzmücken,
die erst bei 4° C aktiv werden und sich im Winter paaren. |
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Weitere Überwinterungsgäste in kühlen Räumen |
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![]() Florfliege (Chrysopidae), Foto: Wikipedia. |
Steigt man an Wintertagen auf den Estrich, trifft man häufig auf überwinternde Florfliegen. Diese brauchen kühle Temperaturen, damit ihre Energiereserven nicht zu rasch aufgebraucht werden. Während die zarten Flügel der als Blattlausvertilger geschätzten Florfliegen im Sommer grün gefärbt sind, sorgt im Winter der Farbstoff Karotin für ein rötliches Aussehen. |
| Merkblätter zu einigen vorgestellten
Tierarten finden Sie unter: www.stadt-zuerich.ch/ugz > Schädlinge - was tun? |
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